„Gekauft wird immer“

„Reale Welten“ sprach mit den Shopping-Center-Experten von hausInvest.


Shopping-Center der neuen Generation versprechen gute Renditen und planbare Mieteinnahmen. Was macht ein Einkaufszentrum zu einem erfolgreichen Investment? Das erläuterten Roland Holschuh, Vorstandsmitglied der Commerz Real, sowie die Shopping-Center-Experten Caroline Grolle („Armazéns do Chiado“, Lissabon), Anyi Hobson („Victoria Square“, Belfast), Ralf Mohr („Westfield London“) und Rolf Stiel („Orio-Center“, Bergamo).
 

Arrow
Arrow
„Westfield London“
Slider

Shopping-Center von hausInvest

 

Herr Holschuh, warum setzt hausInvest verstärkt auf Shopping-Center?

Roland Holschuh: Gut positionierte Shopping-Center sind wenig krisenanfällig, denn konsumiert und gekauft wird immer. Das gilt auch in Krisenzeiten. Die Mieteinnahmen sind gut planbar und bieten Chancen auf attraktive Renditen.


Anyi Hobson und Roland Holschuh


 

Können Shopping-Center langfristig gegenüber dem Online-Handel bestehen?

Roland Holschuh: Dem Einzelhandel gehört nach wie vor die Zukunft, wenn er mit Onlinekanälen Hand in Hand geht und das Einkaufserlebnis in den Mittelpunkt stellt. Dabei ist wichtig, Digitalisierung als Chance zu begreifen und gemeinsam mit dem Center-Management und den Einzelhändlern die Verkaufskanäle online und stationär zu verbinden. Beratung, Service, das Einkaufserlebnis und allein die Architektur kann der Online-Handel allein so nicht bieten.

Anyi Hobson: Was außerdem dazu gehört, ist die Aufenthaltsqualität. Großzügig gestaltete Außenanlagen machen den Besuch ebenso zum Erlebnis wie gute Parkmöglichkeiten, Kinos, eine gastronomische Vielfalt oder etwa Fitness-Studios. Und dann haben Shopping-Center oft außergewöhnliche Angebote: Im „Victoria Square“ haben wir zum Beispiel eine persönliche Stilberaterin.


Rolf Stiel


 

Es heißt, Shopping-Center seien die neuen Marktplätze …

Rolf Stiel: Das ist richtig. Es geht nicht nur ums Sehen und Gesehenwerden. Entscheidend ist auch die soziale Komponente: Die meisten Besucher kommen nicht allein, sondern mit Freunden und der Familie, also auch mit Kindern.

Ralf Mohr: Gerade die Kinder sind eine wichtige Zielgruppe, für die es spezielle Angebote gibt – wie etwa Kidzania in „Westfield London“. Hier können die Kleinen spielerisch ins wirtschaftliche Leben der Großen eintauchen. „Westfield“ steht zudem im Zentrum eines weitreichenden Stadtentwicklungsprojektes. Der urbane Raum rund um das Center wird unter sozialen, wirtschaftlichen und städteplanerischen Aspekten aufgewertet. Das wird auch den Wert weiter steigern.

Derzeit befinden sich im hausInvest-Portfolio 15 Shopping-Center – „Westfield London“ ragt allein schon durch seine Größe heraus.

Ralf Mohr: Seit April 2016 wird „Westfield London“ erweitert. Dadurch wird es zum größten innerstädtischen Shopping-Center Europas. Wir vergrößern die Fläche um knapp 80.000 auf insgesamt rund 250.000 Quadratmeter. Großbritanniens führender Einzelhändler John Lewis wird Ankermieter von rund 23.000 Quadratmetern der Erweiterungsfläche. Die Weiterentwicklung des Centers trägt damit der hohen Mieternachfrage Rechnung.

Auch das „Orio-Center“ in Bergamo verzeichnete eine starke Nachfrage nach Flächen und wurde ausgebaut.

Rolf Stiel: Wir sehen an den verlängerten und den neu abgeschlossenen Mietverträgen, dass sich die Investitionen in unsere Shopping-Center auszahlen. In Bergamo haben wir das „Orio-Center“ um mehr als 16.000 Quadratmeter Nutzfläche erweitert. Die Nachfrage nach den neuen Flächen war groß. Von daher war es nicht überraschend, dass auch diese Flächen in kurzer Zeit wieder vermietet waren. Das spricht auch für die hohe Qualität unserer Flächen.


Ralf Mohr und Caroline Grolle


 

Gibt es ein Rezept, welche Mieter ein Shopping-Center haben sollte, um erfolgreich zu sein?

Caroline Grolle: Natürlich ziehen namhafte Marken wie H&M, Primark und Zara sowie qualitativ hochwertige Lebensmittel und Elektronikmärkte Kunden an und bringen uns die nötige Frequenz. Darüber hinaus sollten Shopping-Center aber über ein breites Angebot an Marken verfügen, damit die Kunden etwas für alle wichtigen Bereiche ihres Lebens finden können. Und uns bietet ein breites Mieterspektrum die nötige Diversifizierung, mit der wir das Risiko von Mietausfällen minimieren.

Welche Rolle spielt vor Ort die Zusammenarbeit mit den Mietern und dem Center-Management?

Anyi Hobson: Eine sehr wichtige. Das Center-Management sollte mit über den Tellerrand schauen, den Willen haben, innovative Ideen umzusetzen und natürlich ein Gespür für die Wünsche der Kunden haben.

Caroline Grolle: Nur so ist eine aktive Zusammenarbeit mit den Mietern und dem Asset Management möglich, die letztlich zum Erfolg des Centers führt.

Roland Holschuh: Und davon profitieren indirekt auch die Anleger. Wichtig ist, dass das Management innovativ ist, etwa im Zusammenhang mit der Digitalisierung, und über regionales Know-how verfügt – welche Mieter für die Kunden attraktiv sind und wie die Besucher am besten zum Center kommen. Lage und Erreichbarkeit sind entscheidend. Auf dieser Basis werden gemeinsam mit dem Center-Management zukunftsorientierte Konzepte entwickelt.